Zwei Seilbahn-Gondeln an gespannten Drahtseilen vor blauem Himmel, Sinnbild für Kommunikation als Brücke zwischen Strategie und Teams
No items found.

Warum Kommunikation kein nachgelagerter Verkauf ist, sondern der eigentliche Enabler der Umsetzung.

Tobias Baumann

Klare Strategien scheitern oft am Übergang zu den Teams. Drei Hebel, mit denen Strategie in der Sprache der Mitarbeitenden ankommt.

Die Strategie ist fertig, das Führungsteam einig, die Botschaft sitzt. Sie wird in grosser Runde präsentiert, mit guten Folien und klaren Zielen. Alle nicken. Drei Wochen später arbeitet jedes Team weiter wie zuvor. Nicht aus Widerstand, sondern weil die Strategie nie in ihrer Sprache angekommen ist.

Das Whitepaper «Mind the Gap» beschreibt fünf Lücken zwischen Strategie und Umsetzung. Wenn das Führungsteam dieselbe Strategie meint, ist die erste geschlossen, die der Klarheit. Doch das ist erst der Anfang. Die nächste Lücke öffnet sich am Übergang von der Führung zu den Teams, und sie wird systematisch unterschätzt. Kommunikation gilt als das, was nach der eigentlichen Arbeit kommt: Die Strategie steht, jetzt muss sie noch «verkauft» werden.

Strategy Implementation Gap?
Kostenloses Whitepaper mit gesammelten Erkenntnissen, worauf es bei der Strategieimplementierung ankommt.
Jetzt downloaden

Warum verstehen Mitarbeitende die Strategie nicht?

Diese Annahme führt in die Irre. Kommunikation ist kein Verkauf des Fertigen, sondern der eigentliche Enabler für alles Weitere. Was im Führungskreis kristallklar erscheint, kommt in den Teams oft als Fremdsprache an. Ohne diese Übersetzung verlieren die nachfolgenden Bemühungen ihre Wirkung, von der Motivation der Mitarbeitenden bis zur systematischen Verankerung.

Warum diese Übersetzung so oft misslingt, hat zwei vertraute Ursachen. Die erste ist die Sprache selbst. «Digitale Transformation», «Customer Centricity», «Agile Mindset»: Im Führungskreis sind das Kürzel mit geteilter Bedeutung, in den Teams abstrakte Schlagwörter ohne greifbaren Bezug zum Arbeitsalltag. Was in der Strategiediskussion präzise klingt, verschwindet in Folien, die niemand in Handeln übersetzt.

Die zweite Ursache ist ein Denkfehler über das Kommunizieren selbst: der Glaube, eine Strategie sei vermittelt, sobald sie einmal präsentiert wurde. Doch ohne kontinuierliche Wiederholung verpufft die Botschaft im Rauschen des Alltags. Und der gut gemeinte Versuch, dagegen umfangreiche Strategiepapiere regelmässig in Erinnerung zu rufen, führt geradewegs in die Informationsüberflutung und bewirkt das Gegenteil von Klarheit.

«Wenn die Kommunikation nicht laufend und zielgruppengerecht ist, entsteht ein Vakuum, in dem sich jede und jeder seine eigene Wahrheit zusammendichtet.»

So bringt es einer der Geschäftsführer aus den Gesprächen für unser Whitepaper auf den Punkt. Wo die Führung nicht übersetzt, übersetzt jedes Team für sich, und selten in dieselbe Richtung. Das Vakuum bleibt nicht leer, es füllt sich nur unkontrolliert.

Lässt sich Strategiekommunikation delegieren?

In den Gesprächen zeigten sich drei Ansätze, um diese Brücke zu bauen.

Erst reduzieren, dann wiederholen. Wirkungsvolle Kommunikation beginnt nicht mit mehr Information, sondern mit weniger. Zuerst der Fokus, dann die Frequenz: die Strategie auf wenige, prägnante Kernbotschaften verdichten und genau diese konsequent und in wiederkehrenden Ritualen wiederholen, bis sie im Denken und Handeln verankert sind. Mehr kommunizieren heisst nicht, mehr Folien zu zeigen.

Dialog statt Einbahnstrasse. Die meisten Strategiepräsentationen senden in eine Richtung: Die Führung erklärt, die Teams empfangen. Echtes Verständnis entsteht erst im Gespräch. Fragen, Zweifel und Einwände sind keine Störung, sondern Signale, die zeigen, wo Klarstellung nötig ist. Wer Räume dafür schafft, von der offenen Fragerunde bis zur kleinen Gruppendiskussion, erreicht nicht nur tieferes Verständnis, sondern auch Akzeptanz.

Übersetzung ist Chefsache. Diese Arbeit lässt sich nicht an eine Kommunikationsabteilung oder eine Agentur delegieren. Teams spüren sofort, wenn eine Botschaft nicht authentisch ist. Überzeugend erklären, warum eine Entscheidung getroffen wurde, kann nur, wer sie selbst getroffen hat. Und hier zeigt sich dasselbe Muster wie bei der Klarheit: Geliehene Begriffe lassen sich nachsprechen, aber nicht aus eigener Überzeugung übersetzen. Was ein Führungsteam in die Sprache seiner Mitarbeitenden übertragen kann, ist meist das, was wirklich seins ist.

Diese drei Hebel schliessen die zweite Lücke. Sie garantieren aber noch keine Begeisterung. Eine verstandene Strategie ist nämlich noch keine getragene. Strategien werden von Menschen umgesetzt, mit Hoffnungen und Widerständen, und selbst die beste Übersetzung macht aus Betroffenen noch keine Mitgestaltenden. Das ist die dritte Lücke, und das nächste Handlungsfeld.

Wie die fünf Handlungsfelder zusammenspielen und woran ihr erkennt, wo ihr selbst steht, steht im Whitepaper «Mind the Gap», das wir gemeinsam mit Tjikko aus Gesprächen mit Geschäftsführern erarbeitet haben. Und wenn du wissen willst, wo bei euch das grösste Potenzial liegt: In einem kurzen Self-Assessment oder einem Gespräch finden wir es gemeinsam heraus.

Get in Touch